Dragons legen vor im Playoff-Final
Das erste Final-Duell der Pilatus Dragons mit dem frisch gebackenen Cup-Sieger, Rolling Rebels, wurde zur überraschend klaren Angelegenheit. In Abwesenheit ihres Topscorers Husein Vardo hatten die St. Galler nicht den Hauch einer Chance und mussten sich den Dragons mit 86:25 geschlagen geben.
Nur weil der Gegner nicht in Vollbesetzung angereist war, wollten die Dragons nicht weniger Gas geben. Noch dazu, da sie selbst auf ihren Top-Akteur, Jared Arambula, verzichten mussten und auch in nächster Zukunft verzichten müssen. Der US-Boy reiste just am Tag des ersten Finalspiels zurück in die USA, um sich dort der Herausforderung «Qualifikation fürs Nationalteam» zu stellen. Die Dragons zeigten jedoch, dass sie im Gegensatz zu den St. Gallern nicht nur auf einen einzelnen Akteur angewiesen sind. Sie kamen spritziger und mit mehr Elan aus der Kabine und starteten das Spiel mal ebenso mit einem 10-0 Lauf. Janic Binda war der Top-Akteur im ersten Viertel. Egal ob aus der Mitteldistanz, unter dem Korb oder auch von der Dreierlinie, seine 9 Punkte brachten das Team von Coach Rosenberger auf die Siegesstrasse.
Defensives Bollwerk
Auf Seiten der St. Galler vermochte lediglich Mustafa Gicgi mit seinen 5 Punkten ein wenig Gegensteuer zu geben. Doch auch für diese mussten die St. Galler als Team schwer schuften. Oft drohte die «Shot Clock» mit tiefen einstelligen Sekunden-Zahlen. Das hervorragende Defensiv-Kollektiv des Heimteams forcierte ein ums andere Mal Notwürfe mit tiefer Erfolgswahrscheinlichkeit. Zu gross war die Vardo-Lücke bei den St. Gallern: Kein Spielmacher, kein Geschwindigkeits-Vorteil, keine Extralücken durch Doubleteams für die anderen Akteure. Aus diesem defensiven Dragons-Bollwerk resultierten schnelle Gegenangriffe. Ein ums andere Mal überrollte eine Drachen-Fastbreak-Welle die Ostschweizer. Mit klarer Führung von 45 zu 13, war die Partie bereits zur Halbzeit entschieden und das zahlreich erschienene Publikum konnte sich beruhigt zurücklehnen.
Ruppige Schlussphase
Der Frust über das Resultat schien bei den St. Gallern tief zu sitzen. Nach unsportlichen Fouls gegen Huber, Amacher und Hausamman, beschlossen die Hausherren nochmals die Pressverteidigung auszupacken, statt das Spiel gemütlich ausklingen zu lassen. Schade auch, dass die Schiedsrichter zu spät durchgriffen und die absichtlichen Stuhlkontakte – ohne jegliche Chance auf den Ball – nicht rigoros unterbanden. So endete die Partie unglamourös aber mit einem verdienten Apéro für die treuen Dragons-Fans mit 86:25.
Kommenden Samstag, 25. April, um 14 Uhr haben die Zentralschweizer somit den ersten Matchball zur Meisterschaft. Sie müssen allerdings aufpassen, haben sie doch in dieser Saison den Gegner bereits einmal unterschätzt und so das Double hergeschenkt. Es gilt also die volle Konzentration und den Flow vom Parkett des SPZ mit in den Ebnett-Saal nach Bronschhofen zu nehmen.
Box Score
Pilatus Dragons vs Rolling Rebels 86:25 (27:5/18:8/17:4/24:8)
Amacher 20, Binda 23, Spuler 6, Hausammann 19, Rüegg, Dias 2, Rüedi, Huber 4, Vogelsang 12
Coach Rosenberger